Im Wilden Westen hätte man einen Fotografen, dessen Bilder nicht gefallen hätten, geteert und gefedert aus der Stadt gejagt. Bislang sind noch keine Übergriffe auf die Autos, die für Google Streetview die Aufnahmen machen, bekannt, obwohl die Diskussion um den 3D-Stadtplan im Internet hohe Wogen schlägt. Warum eigentlich?
Ob vier Wochen Einspruchsfrist oder nun doch acht Wochen, warum stört es Personen, wenn ihre Hausfassade im Internet zu sehen ist? Stört es sie auch, wenn fremde Passanten auf dem Bürgersteig flanieren und einen Blick in den Vorgarten wagen? Oder liegt es am systematischen Vorgehen von Google, das einem als mächtiges Wesen gegenüber tritt, gegen das man sich wehren muss?
Der eigentliche Ärger ist doch der, dass uns Google nicht die ganze Wahrheit gesagt hat. Neben den Hausfassaden wurden auch Daten aus WLAN-Netzen gespeichert. Das verschärft das Gefühl der Ohnmacht, Googles Datensammlerei hilflos ausgeliefert zu sein.
Wer aber E-Mails über Google verschickt oder seine Dokumente bei Google Docs ablegt, darf sich inzwischen nicht mehr wundern, wenn Google diese Daten sammelt. Anstatt nach Datenschutz zu krakeelen, könnte man ja einfach auch auf diese Dienste verzichten. Alternative Angebote gibt es zuhauf.
Und wer jetzt sauer auf Google ist und seine Hausfassade pixeln lässt, dem sei gesagt, dass ich mir im nächsten Jahr acht Wochen frei nehmen und quer durch Deutschland auf der Suche nach den Pixelhäusern reisen werde. Die fotografiere ich dann ab und füge die Bilder, ähnlich wie bei Google Earth, Google Streetview hinzu. Wenn ich nicht der einzige bin, wird Streetview bald komplett sein.
[...] Google Street View macht ja derzeit nicht nur die Runden durch die (gesamte) Blogosphäre, sondern auch durch allgemeinen Medien wie Fernsehen, Rundfunk und TV. Grund genug für mich die Thematik auch mal zu behandeln. Im wesentlich geht es derzeit darum, dass sich laut einer Umfrage 52% der Deutschen dagegen aussprechen, dass ihr Haus im Internet aus der Straßenperspektive sichtbar wird. Hinzu kommt natürlich die berichtigte negative Einstellung gegenüber Google was den Datenschutzfirlefanz angeht. Der Konzern wird ja des Öfteren gerne mal als die Datenkrake überhaupt bezeichnet. Teilweise sicherlich nicht zu unrecht. [...]