Karl Theodor zu Guttenberg ist zurück – zwar nicht in Deutschland, dafür aber in Brüssel bei der EU. Als Berater in Sachen Internetfreiheit in autoritären Regimen wird er der EU-Kommissarin Neelie Kroes erklären, warum das Internet nicht frei sein darf und warum das gerade in autoritären Regimen so gut funktioniert. Langsam müssen wir uns hierzulande aber Sorgen machen, denn es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die guten Politiker über kurz oder lang nach Brüssel gehen und Deutschland somit den Rücken kehren: Bürokratiebekämpfer Stoiber, Englisch-Experte Öttinger und die Koch-Mehrin fiel ja erst als EU-Politikerin auf bzw. als auch ihr der Doktortitel aberkannt wurde.
Nur wenige steigen vom EU-Olymp wieder herab in national-politische Niederungen. Einer von denen ist Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir, der dem Europäischen Parlament angehörte. Özdemir stolperte über die Bonusmeilen-Affäre und zog sich deshalb aus der deutschen Politik zurück. Zunächst setzte sich Özdemir in die Vereinigten Staaten ab und wurde später ins Europäische Parlament gewählt. Der moderne Gang nach Canossa führt heute über die USA nach Brüssel – und das ohne jegliches Schuldeingeständnis, selbst für Nicht-Adlige und Nicht-Christen.
Nun wird sich zu Guttenberg also mit Staaten wie China anlegen, die ihrerseits dem Internet Fesseln anlegen. Der asiatische Frühling ist nah! Seine erste Reise sollte aber in die Südsee nach Tonga gehen. Dort stehen an weißen Stränden unzählige Server, die ihren Dienst für kino.to und Konsorten verrichten. Mit dem Urheberrecht kennt sich Karl Theodor ja aus. Das wäre doch vielleicht auch was für die Rückkehr nach Deutschland: Der braungebrannte zu Guttenberg am Südseestrand, wie er die Kabel aus einem Server herauszieht mit der “Bild”-Überschrift “KT zeigt’s dem bösen Internet!”