In der Debatte um Bundespräsident Christian Wulff fordern einige dessen Rücktritt. Mal ganz abgesehen davon, ob ein Rücktritt aufgrund der bekannten Fakten angemessen oder übertrieben wäre, überlegen wir doch mal, was ein Rücktritt für Konsequenzen hätte.
Zunächst würde dessen Stellvertreter, der Präsident des Bundesrats, die Aufgaben des Bundespräsidenten wahrnehmen. Momentan wäre das Horst Seehofer. Bis zum 31. Oktober 2012 müsste der CSU-Vorsitzende in die Bresche springen, sollte Wulff den Hut nehmen. Sollte Seehofer warum auch immer diese Aufgaben nicht übernehmen können – schließlich kommt er aus dem Guttenberg-Land Bayern – müsste seine Stellvertreterin Hannelore Kraft ran. Damit wäre sie nicht nur die erste Bundesratspräsidentin Deutschlands sondern auch die erste Frau, die als Bundespräsidentin tätig wäre.
Noch weiter nach links geht’s, wenn bis zum 31. Oktober kein Nachfolger für Wulff gefunden werde würde. Wahrscheinlich wird nämlich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann Seehofers Nachfolger im Amt des Bundesratspräsidenten. Dann sind wir schon fast soweit, dass Peter Sodann nochmal als Kandidat der Linken Morgenluft wittern darf.
Soweit zur Vertretung. Welche Kandidaten böten sich aber als Nachfolger Wulffs an? Seehofer, Kraft, Kretschmann, Sodann? Wo wir schon bei Schauspielern sind: Wie wäre es mit Veronica Ferres, der neuen Inge Meysel? Oder Harald Schmidt? Der ist wenigstens gebildet. Mein Favorit ist Thomas Gottschalk. Der wohnt sowieso schon in einem Schloss am Rhein und kennt sich mit den Amerikanern gut aus. Meinetwegen darf dann auch auf Staatsbesuchen Haribo gereicht werden. Aber Vorsicht: Auch Gottschalk ist Bayer, genauer gesagt Franke – genau wie der Guttenberg…
Vielleicht ist es doch am besten, Wulff bleibt im Amt. So richtig wehgetan hat er ja eigentlich keinem. Ins politische Tagesgeschäft mischt er sich nicht ein und fällt auch sonst nicht großartig als Bundespräsident auf. Eigentlich ist er wie die Musik im Supermarkt. Die stört auch keinen und plätschert so vor sich hin. Gehen Sie mal davon aus, dass ein Bundespräsident Seehofer andere Töne anschlagen würde. Steht der nicht auf Marschmusik?