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Das Urteil des internationalen Sportgerichtshof CAS im Fall Claudia Pechstein wird in der Presse einhellig als Meilenstein im Kampf gegen Doping bezeichnet. Der Indizienbeweis reicht nun aus, um positiv getestete Sportler zu verurteilen. Bei vielen Sportverbänden werden jetzt die Schubladen geöffnet und der Staub von lang angelegten Listen gepustet, die die Namen verdächtiger Sportler aufzählen, denen bisher ein direkter Beweis des Dopings nicht angelastet werden konnte. Nun seid ihr alle fällig, ihr Betrüger am Sport!

Oder vielleicht doch nicht? Immerhin geht es auch um den Ruf der Verbände und nicht zuletzt um Geld. Wer seinen Posten in den Chefsesseln der Sportfunktionäre nicht verlieren will, darf nicht den Eindruck und schon gar nicht den Beweis aufkommen lassen, sein Sport sei vom Doping unterwandert.

Die Tour de France hat es vorgemacht. Das Interesse des Zuschauers ist nach all den Doping-Skandalen gesunken und damit auch die TV-Einnahmen. Kann sich das die Fina oder der IAAF erlauben? Sicher, die Frage dürfte gar nicht gestellt werden, denn eigentlich müssen sich die Verbände für einen sauberen Sport einsetzen. Aber wer schreit laut „Hier!“, wenn die Karre einmal im Dreck festsitzt?

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Nach dem Urteil des internationalen Sportgerichtshof CAS bleibt Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gesperrt, was dem Ende ihrer Karriere als Hochleistungssportlerin gleichkommt. Die SZ vom 26. November 2009 widmet sich dem Fall Pechstein auf der Titelseite gefolgt von mehreren Artikeln auf Seite 2. Nirgendwo ist aber zu lesen, dass Pechstein gedopt hat. Darf man das überhaupt nach dem Urteil sagen: Claudia Pechstein hat gedopt?

Das Urteil gründet einzig und allein auf Indizien, ein handfester, direkter Beweis des Dopings fehlt. Andererseits konnte die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin den Gegenbeweis ihrer Unschuld nicht liefern. Im Sport gilt die Umkehr der Beweislast: Ein positiv getesteter Athlet muss seine Unschuld belegen. Diesen Beweis bleibt Pechstein schuldig.

Vielleicht ist die Aussage, Pechstein habe gedopt, auch rechtlich anfechtbar, trotz des CAS-Urteils nach §186 StGB eine üble Nachrede, weshalb es die SZ vermeidet, Pechstein explizit als Dopingsünderin zu bezeichnen. Die Behauptung einer Tatsache muss „erweislich wahr“ sein, damit es keine üble Nachrede ist. Ist es nun wahr, dass Claudia Pechstein gedopt hat? Frei nach Arthur Conan Doyles Romanfigur Sherlock Holmes könnte man sagen: Wenn man das Unmögliche eliminiert hat, muss das, was übrig bleibt, egal wie unwahrscheinlich, die Wahrheit sein. Ist es unmöglich, dass Pechstein nicht gedopt hat? Die CAS-Richter gingen davon aus.

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