Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Doping’

Wer hätte gedacht, dass selbst Fußballer dopen? Natürlich keiner! Maradonas Kokainkonsum bei der WM 1994 kann man ja nicht als Doping bezeichnen, durch Koks wird man doch höchstens wuschig, oder? Dass der spanische Arzt Eufemiano Fuentes andeutet, dass Fußballer zu seiner Klientel gehörten – alles Lüge! Wer glaubt schon einem Doping-Arzt…? (mehr …)

Advertisements

Read Full Post »

In der Ausgabe der Westfälischen Nachrichten vom 27. November 2009 ist ein Interview mit dem Kölner Doping-Experten Professor Fritz Sörgel abgedruckt. Darin äußert er sich über die Zukunft des Kampfes gegen Doping. Laut Sörgel gehöre dem Nachweis von Körpereiweißen, die sich durch die Einnahme von leistungssteigernden Stoffen verändern, die Zukunft.

Dieser Nachweis werde aber sehr teuer sein, sagt Sörgel und antwortet auf die Frage nach der Finanzierung, dass der Sport-Fan diese über den Ticketpreis leisten müsse. „Dann muss sich der Besucher von Sportveranstaltungen eben überlegen, ob es ihm das noch wert ist“, so der Doping-Experte im Interview.

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass ich dem Doping freien Lauf lasse, wenn ich nicht zu Sportveranstaltungen gehe. Denn dann hätten die Dopinggegner ja nicht genügend Geld, um Doping nachzuweisen. Das Interesse an einer Sportart würde durch hohe Ticketpreise auch nicht gesenkt werden. Bestes Beispiel: die Leichtathletik-WM in Berlin. Geht der Fan nicht ins Stadion, holt ihn der Sport vor der Flimmerkiste ab. Eine hohe Attraktivität bei der Masse verspricht hohe Werbeeinnahmen für die Sportler, was wiederum Doping begünstigt. Oder sollen auch die GEZ- und Pay-TV-Gebühr für den Kampf gegen Doping steigen?

Eigentlich müsste es eine Abstrafung durch den Zuschauer sein, wenn er wegen zu vieler Dopingfälle einer Sportart fernbleibt. Brent Spa wurde deshalb nicht in der Nordsee versenkt, weil niemand mehr bei BP getankt hat und nicht, weil jemand die Spritpreise erhöht hat, um die Mehreinnahmen zum Abbau der Offshore-Lagerstation zu nutzen.

Lieber Professor Sörgel, mein Vorschlag wäre, dass die Hochleistungssportler den Dopingkampf finanzieren sollen. Das wäre zu ihrem eigenen Vorteil. Denn so würden sie einerseits die Konkurrenz los, die sich, uns und ihren Sport betrügen und andererseits würden sie ein Zeichen dafür setzen, wie wichtig ihnen ein sauberer Sport ist.

Read Full Post »

Das Urteil des internationalen Sportgerichtshof CAS im Fall Claudia Pechstein wird in der Presse einhellig als Meilenstein im Kampf gegen Doping bezeichnet. Der Indizienbeweis reicht nun aus, um positiv getestete Sportler zu verurteilen. Bei vielen Sportverbänden werden jetzt die Schubladen geöffnet und der Staub von lang angelegten Listen gepustet, die die Namen verdächtiger Sportler aufzählen, denen bisher ein direkter Beweis des Dopings nicht angelastet werden konnte. Nun seid ihr alle fällig, ihr Betrüger am Sport!

Oder vielleicht doch nicht? Immerhin geht es auch um den Ruf der Verbände und nicht zuletzt um Geld. Wer seinen Posten in den Chefsesseln der Sportfunktionäre nicht verlieren will, darf nicht den Eindruck und schon gar nicht den Beweis aufkommen lassen, sein Sport sei vom Doping unterwandert.

Die Tour de France hat es vorgemacht. Das Interesse des Zuschauers ist nach all den Doping-Skandalen gesunken und damit auch die TV-Einnahmen. Kann sich das die Fina oder der IAAF erlauben? Sicher, die Frage dürfte gar nicht gestellt werden, denn eigentlich müssen sich die Verbände für einen sauberen Sport einsetzen. Aber wer schreit laut „Hier!“, wenn die Karre einmal im Dreck festsitzt?

Read Full Post »

Nach dem Urteil des internationalen Sportgerichtshof CAS bleibt Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gesperrt, was dem Ende ihrer Karriere als Hochleistungssportlerin gleichkommt. Die SZ vom 26. November 2009 widmet sich dem Fall Pechstein auf der Titelseite gefolgt von mehreren Artikeln auf Seite 2. Nirgendwo ist aber zu lesen, dass Pechstein gedopt hat. Darf man das überhaupt nach dem Urteil sagen: Claudia Pechstein hat gedopt?

Das Urteil gründet einzig und allein auf Indizien, ein handfester, direkter Beweis des Dopings fehlt. Andererseits konnte die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin den Gegenbeweis ihrer Unschuld nicht liefern. Im Sport gilt die Umkehr der Beweislast: Ein positiv getesteter Athlet muss seine Unschuld belegen. Diesen Beweis bleibt Pechstein schuldig.

Vielleicht ist die Aussage, Pechstein habe gedopt, auch rechtlich anfechtbar, trotz des CAS-Urteils nach §186 StGB eine üble Nachrede, weshalb es die SZ vermeidet, Pechstein explizit als Dopingsünderin zu bezeichnen. Die Behauptung einer Tatsache muss „erweislich wahr“ sein, damit es keine üble Nachrede ist. Ist es nun wahr, dass Claudia Pechstein gedopt hat? Frei nach Arthur Conan Doyles Romanfigur Sherlock Holmes könnte man sagen: Wenn man das Unmögliche eliminiert hat, muss das, was übrig bleibt, egal wie unwahrscheinlich, die Wahrheit sein. Ist es unmöglich, dass Pechstein nicht gedopt hat? Die CAS-Richter gingen davon aus.

Read Full Post »