Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Internet’

Die Deutsche Telekom mischt mit ihren Plänen zur Einführung von Volumenobergrenzen für Breitbandanschlüsse die halbe Nation auf, Empörung allenthalben. Das Thema ist geradezu eine Steilvorlage für die Piratenpartei. Ein Schlag gegen das freie Internet, ein Skandal aus Sicht der politischen Freibeuter.

Und was passiert? Nichts passiert. Die Drossel-Debatte wird allerorten, On- und Offline, entfacht, aber die Piraten sind nicht mit dabei. (mehr …)

Read Full Post »

Im Wilden Westen hätte man einen Fotografen, dessen Bilder nicht gefallen hätten, geteert und gefedert aus der Stadt gejagt. Bislang sind noch keine Übergriffe auf die Autos, die für Google Streetview die Aufnahmen machen, bekannt, obwohl die Diskussion um den 3D-Stadtplan im Internet hohe Wogen schlägt. Warum eigentlich?

Ob vier Wochen Einspruchsfrist oder nun doch acht Wochen, warum stört es Personen, wenn ihre Hausfassade im Internet zu sehen ist? Stört es sie auch, wenn fremde Passanten auf dem Bürgersteig flanieren und einen Blick in den Vorgarten wagen? Oder liegt es am systematischen Vorgehen von Google, das einem als mächtiges Wesen gegenüber tritt, gegen das man sich wehren muss?

Der eigentliche Ärger ist doch der, dass uns Google nicht die ganze Wahrheit gesagt hat. Neben den Hausfassaden wurden auch Daten aus WLAN-Netzen gespeichert. Das verschärft das Gefühl der Ohnmacht, Googles Datensammlerei hilflos ausgeliefert zu sein.

Wer aber E-Mails über Google verschickt oder seine Dokumente bei Google Docs ablegt, darf sich inzwischen nicht mehr wundern, wenn Google diese Daten sammelt. Anstatt nach Datenschutz zu krakeelen, könnte man ja einfach auch auf diese Dienste verzichten. Alternative Angebote gibt es zuhauf.

Und wer jetzt sauer auf Google ist und seine Hausfassade pixeln lässt, dem sei gesagt, dass ich mir im nächsten Jahr acht Wochen frei nehmen und quer durch Deutschland auf der Suche nach den Pixelhäusern reisen werde. Die fotografiere ich dann ab und füge die Bilder, ähnlich wie bei Google Earth, Google Streetview hinzu. Wenn ich nicht der einzige bin, wird Streetview bald komplett sein.

Read Full Post »

Der Spagat zwischen Online- und Printwelt sieht bei der Welt Kompakt so aus, dass auf Seite 1 die Tweets des Tages stehen, über Barcodes oder Kurzlinks der Leser weitere Online-Informationen zu Artikeln erhält und in der Rubrik „Internet“ eine Auswahl an Postings, weiteren Tweets und – total traditionell – Leserbriefe stehen. Verdammt viel Internet auf gedrucktem Papier.

Damit aber nicht genug. Der Leser der Welt Kompakt erhält auch das Angebot, mit der Redaktion über Twitter in Kontakt zu treten. Als ich diese Möglichkeit das erste Mal sah, viel mir auf, dass viele Redakteurinnen den Leser zum Online-Zwitschern einluden. Beim zweiten Mal habe ich mir dann gedacht, dass dies kein Zufall sein kann. In der Ausgabe vom 9. Dezember 2009 gab es sieben Angebote, mit der Redaktion zu twittern, sechs von Redakteurinnen.

Zufall oder Absicht? Laut einer Umfrage sind zwei von drei deutschsprachigen Twitter-Usern männlich. Das Gezwitscher scheint also eher das so genannte starke Geschlecht anzuziehen. Und wovon fühlt es sich noch angezogen? Klar, vom vermeintlich schwachen Geschlecht. Bei der Einladung einer Frau zum lockeren (anonymen) Plaudern, wird so mancher schwach.

Hinzu kommt, dass überregionale Zeitungen laut einer Erhebung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger überwiegend von Männern gelesen werden. Es ist kaum vorstellbar, dass die Welt Kompakt diese Fakten nicht kennt und nicht für ihre Zwecke nutzen würde.

Das Impressum der Welt Kompakt zählt übrigens fünfzehn Redakteure und nur drei Redakteurinnen auf. Die zwitschernden Kollegen(innen) sind nicht darunter. Vielleicht ist der Anteil der Frauen unter den freien Journalisten der Welt Kompakt aber so hoch, dass es wirklich nur ein Mann ins Twitter-Team schafft. Gut für die Welt Kompakt, gut für ihre Kundenansprache.

Read Full Post »