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Posts Tagged ‘Maik Franz’

Unter „Keine Angst, der will nur spielen!“ habe ich meine Gedanken zu Maik Franz‘ Erklärung zu den Rassismusvorwürfen des Mainzer Fußballer Aristide Bancé veröffentlicht. Natürlich interessierte mich auch die Meinung von Maik Franz dazu, wie jemand über ethische und moralische Werte sprechen kann, seine Gegenspieler aber ohne Respekt behandelt. Also habe ich meinen Eintrag bei Twitter leicht geändert ins Gästebuch unter http://www.iron-maik.de eingetragen.

Bevor der Eintrag online geht, wird er geprüft. Meiner hat diese Prüfung allem Anschein nach nicht bestanden. Inzwischen sind Einträge in Maik Franz‘ Gästebuch zu lesen, die nach meinem eingestellt wurden. Eine kritische Auseinandersetzung ist offensichtlich nicht erwünscht.

Die Prüfung scheint nicht sehr intensiv zu sein. Seit Montag Abend ist ein Eintrag von mir online, in dem ich Maik Franz lobe und ihn als Vorbild für jugendliche Fußballer bezeichne. Damit haben die Verantwortlichen der Website anscheinend keine Probleme. Ich habe den zweiten Eintrag unter den gleichen Kontaktdaten verfasst wie den ersten. Hätten sie genauer hingeschaut, wären ihnen meine konträren Meinungen über Maik Franz aufgefallen.

Vielleicht ist das Gästebuch nicht der richtige Ort, um Maik Franz auf seine Spielweise anzusprechen bzw. ihn zu kritisieren. Eine Veröffentlichung meines ersten Eintrags (evtl. mit einer Antwort von Maik Franz) hätte aber gezeigt, dass sich der Spieler tatsächlich um seine ethischen und moralischen Werte Gedanken macht und nicht nur einfach darüber herumschwafelt. Schade, aber irgendwie passend.

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Aristide Bancé, Stürmer des FSV Mainz 05, warf dem Frankfurter Maik Franz vor, der Eintrachtspieler habe ihn rassistisch beschimpft. Interessant ist die Stellungnahme von Franz, die er auf seiner Homepage veröffentlicht hat. „So etwas entspricht nicht meinen ethischen und moralischen Vorstellungen“, sagt Franz, den man im Web übrigens unter http://www.iron-maik.de findet. Im Umgang mit seinen Gegenspielern lässt Franz also seine ethischen und moralischen Vorstellungen einfließen, ausgehend davon, dass er die Wahrheit sagt und Bancé nicht rassistisch beschimpft hat.

Franz zählt nicht zu den Raubeinen, die in der Foulstatistik Saison für Saison ganz oben stehen. Franz schlägt verbal zu, tritt sozusagen nicht auf den Knöchel des Stürmers, sondern auf dessen Nervenkostüm herum, bis dieser entnervt den (Zwei)kampf aufgibt – und Franz gewinnt. Doch kann man sich über einen solchen Sieg freuen, ein Sieg, der mit fußballerischem Talent nichts zu tun hat?

Wenn diese Auffassung des Fußballsports Maik Franz Vorstellungen von Ethik und Moral widerspiegeln, dann gute Nacht. Vielleicht zählt Rassismus nicht dazu, aber ebenso geht ihm der Respekt vor seinem Gegenspieler ab. Wie, wenn nicht mit Beschimpfungen, bringt man den Gegenspieler aus dem Gleichgewicht? Durch Komplimente bestimmt nicht.

Auf dem Spielfeld gibt es immer wieder Situationen, in denen auch der ruhigste Spieler mit seinem Gegenüber aneinander rasselt. Aber Franz macht solche Situationen zu seiner Profession, indem er sie absichtlich provoziert. Er macht sie zum Bestandteil des Fußballs. Sie gehören dort aber ebenso wenig hin wie das absichtliche Handspiel.

Schlimmer noch ist die Akzeptanz solcher Spielernaturen, wenn Trainer sagen, dass einer wie Maik Franz in ihr Team passe oder wenn es auf den TV-Fußballstammtischen heißt, dass der Zuschauer solche Spieler ja sehen will. Gemeint ist dann meistens, dass der Fan Einsatz und Kampf sehen will. Doch Spieler wie Franz sehen sich dadurch in ihrer Art des Fußballspielens bestätigt. Es fehlt an Differenzierung, denn niemand kann ernsthaft wollen, dass „Trash Talk“ auf einmal den erfolgreichen Sportler auszeichnet.

Das Image des „Bad Boy“ ist nicht neu im Sport. Doch eigentlich sollte sich kein Sportler damit wohl fühlen. Es sei denn, er ist kein Sportler sondern Schauspieler. Wer es von den Medien auferlegt bekommt, sollte sich dagegen wehren und es nicht pflegen. Ansonsten sollte sich derjenige einmal Gedanken um seine moralischen Werte machen.

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