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Posts Tagged ‘Musikindustrie’

Neulich auf einer Feier zum 50. Geburtstag. Das Geburtstagskind gehört einer semiprofessionellen Tanzgruppe an, weshalb viel Tanzmusik, Foxtrott, Tango, Cha Cha Cha usw. lief. Kam bei den Gästen auch gut an, die allesamt mehr als Discofox auf der Pfanne hatten. Und irgendwann, später am Abend, lief dann auch mal populäre Musik – (und) die Toten Hosen. (mehr …)

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Im Juli und August stellt Arte den Donnerstag Abend unter das Motto „Summer of the 60’s“. Mit Musik, Film und Dokumentation will uns der Sender „das beschwingte Jahrzehnt“, wie es auf der Homepage heißt, näher bringen. Dazu zählt auch das gestern Abend gezeigte Konzert von Chuck Berry aus dem Jahr 1972. Sicherlich war der Sommer anno ’69 lang, aber so lang doch nun auch wieder nicht.

Mit den Jahreszahlen nimmt es Arte nicht sehr genau, denn nach Chuck Berry wurde eine Dokumentation über Elvis Presley gesendet, welche die Anfänge seiner Karriere zeigt – im Jahr 1956. Immerhin: Vor Elvis und Chuck wurden an diesem Abend der Film „American Graffiti“ und die Doku „Surf Now, Apocalypse Later“ ausgestrahlt, die tatsächlich die 60er zum Thema hatten.

Wahrscheinlich geht es Arte aber gar nicht so sehr um die Jahreszahlen als vielmehr um das 60er-Feeling, das ja durchaus vier Jahre vor dem Jahrzehnt zu fühlen gewesen sein mag und noch drei Jahre nachwirkte. So gesehen könnte der Sender auch alle Beatles-, Stones- und Woodstock-Konzerte übertragen. Es ist also wahr, was Bryan Adams in „Summer of ’69“ sang: „That summer seemed to last forever“.

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Es ist noch gar nicht lange her, da haben sich die Medien am Gangster-Rapper Bushido gern und häufig gerieben. Seine frauen- und schwulenfeindlichen Texte und die asoziale Schnoddrigkeit eines Großstadt-Hip-Hopers mit Migrationshintergrund waren oft der Anlass kopfschüttelnd über Bushido zu urteilen.

Diese Zeiten sind vorbei, nicht aber die mediale Präsenz Bushidos. Heute ist er nicht mehr der böse Junge, vor dem die Eltern warnen. Bushido ist anscheinend erwachsen geworden. Seine Biografie war auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und Bernd Eichinger hat sein Leben verfilmt. Einfach toll, wie er das macht, ist nun der Medientenor.

Bushido ist so oft angeeckt, dass er nun ganz im Sinne der Medien rund läuft. Seine Provokationen haben sich aufgerieben, über seine Texte regt sich kein Journalist mehr auf. Stattdessen sehen wir den Gangster-Rapper mit CSU-Chef Horst Seehofer plaudern, der anschließend voll des Lobes über Bushido ist. Warum auch nicht, der junge Mann aus Berlin ist ein tüchtiger Geschäftsmann.

Liebe Jugendliche, ihr werdet mal wieder Zeuge, wie sich einer zu eurem Idol aufschwingt, sich gegen den Rest der Welt auflehnt und dann mit eben jenen Rest ins Bett steigt. Ich warte darauf, dass Bushido mit Guido Westerwelle oder Klaus Wowereit einen kleinen Schwatz hält und später am Abend „Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel“ oder „Ihr Tunten werdet vergast“ singt. „Zeiten ändern dich“ heißen Buch und Film. Seine Texte sind aber immer noch die selben. Wem will er noch was vormachen?

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Was haben die Beatles, Pink Floyd, Queen und Human League gemeinsam? Sie alle hatten in Großbritannien zu Weihnachten einen Nummer-Eins-Hit. In den letzten Jahren sucht man allerdings vergebens nach großen Namen aus Rock und Pop, die sich zum Heiligen Fest die britische Chartkrone aufsetzen dürfen. Schuld daran ist die Sendung X-Factor, das Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“. Das Finale von X-Factor findet stets einige Wochen vor Weihnachten statt, so dass in den letzten vier Jahren der jeweilige Casting-Sieger in den Charts ganz oben stand.

Doch nicht so in diesem Jahr. In moderner Asterix-Strategie hat eine Gruppe Unbeirrbarer dazu aufgerufen, „Killing In The Name Of“ von Rage Against The Machine zu kaufen, um die Schnulze „The Climb“ von X-Factor Sieger Joe McElderry den vorprogrammierten Erfolg zu stibitzen. Ihre Waffe ist kein Zaubertrank, sondern das Internet. Über Facebook wurde der Aufruf verbreitet und mit Hilfe der Downloads gelang der Tritt gegen das Pop-Industrie-Schienbein.

Wie die Westfälischen Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 24. Dezember berichten, wurde „Killing In The Name Of“ 500.000 Mal verkauft, „The Climb“ aber nur 450.000 Mal. Platz Eins für Rage Against The Machine und endlich mal wieder ein Name, der Musikgeschichte schrieb, wenngleich auch nicht in dem Ausmaße wie etwa Queen oder Pink Floyd.

Was lehrt uns die Geschichte? Widerstand braucht keine Brandsätze, er braucht Organisation. Dank Internet, insbesondere solcher Plattformen wie Facebook, Twitter & Co. ist das heute kein großes Problem mehr. Ein Flashmob ist lustig, Kulturkritik ist besser. Frohe Weihnachten mit „Killing In The Name Of“.

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