Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Thierry Henry’

Die Fifa-Oberen haben entschieden: Keine Torkamera, kein Chip im Ball. Die Diskussion, zumindest für diese Herren, ist beendet. Stattdessen werden der Holzpfosten und die Schweineblase wieder eingeführt, denn Neuerungen haben im Fußball nichts verloren. Die Torhüter haben Probleme genug mit Flatterbällen von Nike und Adidas. Und beim runden Alu-Pfosten weiß auch niemand, wohin der Ball – t’schuldigung: die Blase – abprallt.

Das International Football Association Board (Ifab) war der Meinung, dass Fehlentscheidungen zum Fußball dazugehören. Hätte denn die Einführung der Torkamera oder des Ballchips jede Fehlentscheidung aus dem Spiel eliminiert? Chip und Torkamera hätten das 1:1 Frankreichs gegen Irland in der WM-Qualifikation nicht „abgepfiffen“, denn das Handspiel von Thierry Henry hätte nur der Schiedsrichter ahnden können. Ob einem Elfmeter ein Foulspiel oder eine Schwalbe vorausgeht, ist dem Chip ebenso egal wie der Torkamera.

Wegen einer Fehlentscheidung verliert und gewinnt niemand gerne. Die Fifa hat die Chance vertan, wenigstens bei der  folgenschweren Entscheidung „Tor oder nicht Tor“ Abhilfe zu schaffen. Profifußball ist ein Geschäft und Geschäftsleute lassen sich nicht mit einem „Fehler gehören dazu“ abspeisen.

Der Chip und die Torkamera wurden unter anderem deswegen abgelehnt, weil sie nicht zu 100 Prozent funktionieren würden. Liebe Ifab-Mitglieder, das ist doch genau das, was ihr wollt! Fehlentscheidungen. Spielt doch keine Rolle ob vom Menschen oder von der Technologie.

Read Full Post »

So, ab jetzt wird’s in Sachen Thierry Henry lustig. Dessen Werbepartner Gillette hat auf seine Verfehlung im WM-Qualifikationsspiel gegen Irland reagiert, als der französische Stürmer den Ball mit der Hand spielte und so das 1:1 einleitete, das Frankreich im nächsten Jahr einen Aufenthalt in Südafrika sicherte, während sich die Iren daheim im Pub ärgern dürfen.

Gillette hat laut Horizont.net (vielen Dank an Ben für den Link) ein Motiv mit dem Stürmer auf seiner Homepage geändert. Nun ist Henry zu sehen, wie er seine linke Hand in der Hosentasche verschwinden lässt. Zuvor hielt Henry mit dieser Hand einen Fußball fest. Unglaublich aber wahr: Genau mit dieser und keiner anderen seiner Hände besiegelte Henry das Schicksal der irischen Bevölkerung (außerhalb Nordirlands). Was wusste Gillette über diese Hand? Sollte uns das Motiv mit dem Ball in der Hand eine Warnung sein?

Wie dem auch sei, auf dem Bild sind neben Henry noch Tennisikone Roger Federer aus dem Baustoppland Schweiz sowie Golfer Tiger Woods zu sehen. Moment mal, Tiger Woods? War da nicht was? Genau, der Tiger hat eine Liebesaffäre auf seiner Homepage (indirekt) zugegeben. Glücklicherweise hat Gillette die drei Sportler nicht nackt abgebildet, sonst müsste jetzt auch bei Tiger Woods etwas retuschiert werden. Warten wir mal ab, was uns Federer anbietet, damit die Grafiker von Gillette wieder Hand anlegen müssen. Die dürfen das ja.

Read Full Post »

Thierry Henry ist zum geprügelten Hund geworden. Nicht nur die Iren, sondern auch die eigenen Landsleute zeigen mit dem Finger auf ihn und stellen den Franzosen für sein Handspiel an den Pranger. Richtig so, meint man im ersten Moment sagen zu müssen. Wer sich unfair verhält, gehört mit Spott überhäuft. Dabei zerreißen sich allerdings auch all diejenigen das Maul über Henry, die in seiner Situation ganz genauso gehandelt hätten.

Das Handspiel hat insofern Brisanz, als dass es das entscheidende Tor einleitete, durch das die Iren nicht, dafür aber die Franzosen trotz dürftiger Leistung in den Relegationsspielen zur Weltmeisterschaft nach Südafrika fahren. Dennoch bleibt es, was es ist: ein Regelverstoß. Ein Verstoß, der nicht geahndet wurde, ein Verstoß, wie er im Fußball bis hinab in die Kreisligen permanent vorkommt und immer wieder die Gemüter erhitzt.

Eben jene Gemüter mögen bitte jetzt einmal einen Schritt nach vorne machen, die sich aufrichtig davon freisprechen können, auf dem Fußballfeld in einer ähnlichen Situation nicht wie Henry zu handeln. Das ist für die Iren natürlich nur ein schwacher Trost, aber sie können ja nun nach dem Handspiel von Henry mit einem neuen Fairness-Gedanken den Fußball verändern, indem sie solche von ihnen verursachten Regelverstöße in Zukunft sofort beim Schiedsrichter anzeigen.

Das gilt übrigens nicht nur für die Iren. So wie der Regelverstoß ein Regelverstoß bleibt, bleibt Henry der Übeltäter. Der Umgang mit seiner Person spricht ihn nicht von seinem Vergehen frei. Er verdeutlicht indes die Scheinheiligkeit des Profisports. Frankreich liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.

Read Full Post »