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Posts Tagged ‘Uli Hoeneß’

Wo befindet sich ein Fußballer, der in den letzten fünf Jahren acht nationale Titel, vier Deutsche Meisterschaften und vier DFB-Pokalsiege, gewonnen hat? In der Nationalmannschaft? Auf jeden Fall in der Bundesliga unter den Top-Vereinen? Das wäre anzunehmen, doch der, vom dem hier die Rede ist, ist vereinslos: Torhüter Michael Rensing.

Geduldig wartete der gebürtige Lingener hinter Übertorwart Oliver Kahn auf seine Chance. Selbst als Kahn wider Erwarten seinen Vertrag noch einmal beim FC Bayern verlängerte, setzte sich Rensing erneut auf die Ersatzbank. Als dann Kahn ging, sollte sein Stern aufgehen. Doch wie soll jemand dem Vergleich mit Oliver Kahn standhalten können?

Dass ein junger, aufstrebender Torwart Fehler macht, ist klar. Dass er seine Zeit braucht, um zu reifen, liegt ebenfalls auf der Hand. Dass diese Zeit eigentlich niemand beim FC Bayern bekommt, ist allerdings auch kein Geheimnis. So kam es, wie es kommen musste. Rensing machte Fehler, wurde mit Kahn verglichen und gescholten, machte weitere Fehler und wurde letztendlich durch Hans-Jörg Butt verdrängt.

Heute ist Rensing vereinslos. Den Vergleich David gegen Goliath konnte der Newcomer nicht gewinnen. Dass aber jemand wie Uli Hoeneß, nun wahrlich kein Fußballnovize, dies nicht hat kommen sehen, ist einer der seltenen Fehler des jetzigen FCB-Präsidenten. Oder hat er Rensing wissentlich geopfert?

Die Frage ist, ob nicht jeder andere Torhüter auch an der Kahn-Nachfolge gescheitert wäre. Wen hätten die Bayern seinerzeit verpflichten können, der dem Kahn-Vergleich standgehalten hätte? War es also gar nicht anders möglich, als dass ein direkter Nachfolger scheitert und der Nachfolger des Nachfolgers neuer Torhüter bei den Bayern wird? Butt ist sicherlich kein zweiter Kahn, mit dem Welttorhüter wurde er dennoch nie verglichen. Daran scheiterte die Karriere des Michael Rensing.

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Bonzen bleiben der WM fern

Dass die Fifa verzweifelt versucht, Eintrittskarten für die Spiele der Fußball-WM in Südafrika loszuwerden, stand in nahezu alle Zeitungen. Angesichts der Vuvuzelas, die dem europäischen Ohr einen Angriff wild gewordener Hornissen vorgaukeln, ist es vielleicht von Vorteil, wenn die Stadien nicht ganz so voll sind.

Das Problem liegt aber nicht bei den Sitzplätzen fürs gemeine Volk. Die Verkäufer bleiben auf den Tickets für die VIP-Logen sitzen. Die SZ berichtete am letzten Januarwochenende, dass selbst für das Endspiel noch 2.000 Logensitze frei sind. Vielerorts sollen laut SZ 60 bis 100 Prozent der VIP-Plätze noch nicht verkauft worden sein. Anscheinend traut sich kein Bonze nach Südafrika. Der frühere österreichische Fußballer Peter Burgstaller wurde ja nicht vor einer Kneipe sondern auf einem Golfplatz ermordet, dort, wo sich das Geld aufhält.

Auch die Stadien in Deutschland zur WM 2006 waren nicht voll, obwohl es ständig hieß, das Spiel sei ausverkauft. Ich selbst kam in den Genuss zweier VIP-Karten. Beim Vorrundenspiel Angola gegen Portugal waren um uns herum viele bequeme Ledersitze frei. Und auch am Fernsehen konnte man die Lücken in den VIP-Reihen vieler Spiele sehen.

Was soll’s, mag der Fußball-Fan denken, für die Stimmung im Stadion waren die Bonzen ohnehin nie verantwortlich. „Scheiß Tribüne“, heißt es, wenn die Reichen bei La Ola nicht aufstehen wollen. Doch das Ganze könnte sich als Bumerang erweisen. Als Manager des FC Bayern München pflaumte Uli Hoeneß die eigenen Fans an, dass sie die niedrigen Ticketpreise denen zu verdanken hätten, die die horrenden Summen für die Logen bezahlen. Was wird wohl passieren, wenn die Logen leer bleiben?

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